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Jugend geht mit Mobilität anders um

19.04.2016

Artikel über das Thema Jugend und Mobilität, wo Berger Logistik als Vorbild-Unternehmen erwähnt wird

Publiziert in der Tiroler Tageszeitung vom 19.04.2016

 

Wörgl – Wie und womit bewegen wir uns fort? Wie selbstverständlich ist der Griff zum Autoschlüssel? Und was bewegt Menschen, darauf zu verzichten? Das Tagungshaus Wörgl hat vor Kurzem in Kooperation mit dem Verein Komm!unity, dem Haus der Begegnung und dem Umweltreferat der Erzdiözese neue Erkenntnisse der Mobilitätsforschung vorgestellt. Philip­p Wegerer vom Institut für strategisches Management an der Universität Innsbruck hielt dazu einen Vortrag.

Philipp Wegerer spezialisierte sich auf das Fachgebiet Konsum- und Kulturforschung und ging aus zwei Blickwinkeln an sein Forschungsthema heran: Automobilität als System und als Ideologie, mit der Machtstrukturen verbunden sind. Aus dem Objekt Auto entstand im Laufe der Geschichte das System Automobilität, das sich in der räumlichen Dimension durch den Flächenaufwand ebenso auswirkt wie auf den Energieaufwand damit zusammenhängender Institutionen wie Polizei und Versicherungen und auf die Lebensform – Stichwort Einfamilienhaus.

Durch postmodernen Lebensstil zeichne sich eine Veränderung im Konsum- und im Mobilitätsverhalte­n bereits ab. Das Auto verschwinde als Statussymbol. Benützen statt besitzen forciert Carsharing, moderne IT-Technologie ermöglicht einen neuen Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Dazu kommen technische Neuerungen wie E-Bikes, Lastenräder und eine Ästhetisierung der Fahrräder – das Fahrrad als Lifestyle-Produkt. „Patchwork“-Mobilität sei die Folge.

Kommt der Trend weg vom Auto auch in Wörgl an? Stadtbaumeister Hermann Etzelstorfe­r sieht derzeit eine Diskrepanz: „Autos verbrauchen mittlerweile gleich viel Platz wie kleine Wohnungen. Der Trend zu immer größeren Autos führt dazu, dass auch die Stellplätze und Wenderadien größer werden müssen.“ Autos sind mit zunehmenden Kosten für Garagen und Parkplätze verbunden. Der Trend hin zu zwei oder mehr Fahrzeugen pro Familie gehe in die falsche Richtung. Gerade die junge Generation zeige, wie’s geht – etwa mit Handy Mitfahrgelegenheiten organisieren.

„Die Technologie ist da – Mobilität wird jetzt anders und vernetzt wahrgenommen“, erklärt Peter Teuschel, der sich im Studium intensiv mit Mobilität befasst und Wörgls Verkehrsbefragung durchgeführt hat. Das Problem Wörgls sei, dass es nie aus dem Dorfcharakter herausgekommen sei. Die Ausrichtung als Einkaufsstadt ziehe Autoverkehr an, das City-Bus-System habe seine Grenzen, in der Stadt fehlten Radwegachsen und überdachte Radabstellplätze.

Als Vorbild und große Ausnahme lobt Teuschel die Firma Berger Logistic, die mit Eröffnung ihres neuen Betriebsstandortes ihren Beschäftigten ein völlig neues, innovatives Mobilitätskonzept anbietet. Das Unternehmen belohnt den Verzicht aufs eigene Auto für die Fahrt zur Arbeit. „Das Jobticket bezahlt die Firma. Sie stellt auch für Radfahrer Duschen und Umkleidemöglichkeiten zur Verfügung. Zudem gibt es Firmenautos für Mitarbeiterfahrten, etwa zum Arzt oder zu Fortbildungen“, erklären zwei Mitarbeiter.

Ein Problem stellt auch der private Autoverkehr beim Pflichtschulzentrum dar. 20 Prozent der Volksschüler werden mit dem Auto zur Schule gebracht, 100 Autos auf einmal zu den Stoßzeiten in der Früh bilden ein Gefahrenpotenzial.