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Berger Logistik wächst mit "vernetzten" Innovationen

23.05.2016

Berger Logistik fährt auf leisen Sohlen in neue Marktsegmente

Berger Logistik wächst mit "vernetzten" Innovationen

Die neue Firmenzentrale befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bahnhof Wörgl.

Publiziert in der Österreichischen Verkehrszeitung vom 18.05.2016

 

 

Die Berger Logistik GmbH entwickelt sich abseits des öffentlichen Rampenlichts zusehends zu einem umfassenden Anbieter von speditionellen Dienstleistungen. Mit der neuen Zentrale in Wörgl setzt das Unternehmen ein Zeichen für die ökologische und soziale Nachhaltigkeit, getragen von einem fortgesetzten Wachstum.

 

WÖRGL. Es wäre maßlos übertrieben, der Berger Logistik GmbH einen Hang zur Selbstdarstellung nachzusagen. Man kann die medialen Aufzeichnungen über das Unternehmen an den Fingern einer Hand abzählen. Wie es aussieht, wird das auch in Zukunft so bleiben. Selbst die Inbetriebnahme der neuen Firmenzentrale in Wörgl im Tiroler Unterland geschah mit äußerster Diskretion. Sie ging ohne großes Aufsehen über die Bühne.

 

Und wer an dem Objekt eiligen Schrittes vorbeihastet, der nimmt von seinen besonderen Eigenschaften kaum Notiz. Hier ist zumindest nach außen hin „Understatement“ angesagt. Als zentrale Botschaft gilt das Bekenntnis zur ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit – mehr nicht! Doch im Inneren glänzt der Neubau mit architektonischen Details, die den Beschäftigten den Arbeitsalltag erleichtern. Dazu zählt neben der Cafeteria, Konferenzräumen und dem Veranstaltungssaal die gemeinsam mit der Stadt Wörgl betriebene Kinderbetreuungsstätte. Der kaufmännische Erfolg eines Unternehmens ist dann legitim, wenn er mit Rücksicht auf Belegschaft, Gesellschaft und Umwelt erzielt wird. Das ist Berger Logistik in den letzten Jahren gut gelungen. Unter Bedachtnahme auf die im stetigen Wandel befindlichen Kundenbedürfnisse wurden zusätzlich zum Transportgeschäft neue Standbeine in den Tätigkeitsfeldern Spedition und Logistik etabliert. Geschäftsführer Bernhard Ebner bezeichnet das im Gespräch mit der Österreichischen Verkehrszeitung neben der Fokussierung auf die umfassende Betreuung von europäischen Großverladern aus der Getränke-, Nahrungsmittel- und Konsumgüterindustrie als das entscheidende Kriterium zur Wahrung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Hervorgerufen durch das nachhaltige Wachstum in den vergangenen Jahren hatte Berger Logistik in der bis Ende Jänner 2016 betriebenen Zentrale am Standort in Radfeld keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr. Weil zudem auch die Schwestergesellschaft Berger Fahrzeugtechnik einen stetigen Aufwärtstrend verzeichnet, trafen die Verantwortlichen im Jahr 2013 die Entscheidung zur räumlichen Trennung der beiden Unternehmen. Berger Fahrzeugtechnik hat jetzt in Radfeld ausreichende Platzreserven für die weitere Expansion. Davon ausgenommen bleibt der Abstellplatz für die Lkw-Züge der Firma Berger Logistik, in deren nagelneuer Firmenzentrale aktuell 130 Mitarbeitende Dienst versehen. Insgesamt bietet der Gebäudekomplex am Bahnhof Wörgl Platz für 220 Beschäftigte.

 

Der Geschäftszweck von Berger Logistik liegt in der effizienten Überwindung des Raumes im Warenverkehr. Rückgrat der täglichen Arbeit ist eine hochentwickelte und äußerst leistungsfähige Informationstechnologie mit dem Ziel der Bearbeitung großer Volumina im vollautomatischen Datenverbund mit den Kunden und Partnerunternehmen. Dazu kommt das Bekenntnis zur weitestgehenden Schonung der Umwelt mittels des Einsatzes einer hochmodernen Lkw-Flotte mit nutzlastoptimierten Aufliegern der Marke Berger Ecotrail, zur Verlagerung von Transporten auf alternative Verkehrsträger sowie zur Entwicklung und Umsetzung von Kombinierten Verkehren Schiene-Straße oder Schiene-Seefracht. „Wir nutzen die Schiene wo wir können und steigern den Anteil der Bahnverkehre kontinuierlich“, lautet das Credo von Berger Logistik. In dieser Tonart soll es im Hinblick auf die damit verbundenen positiven Auswirkungen für die Umwelt weitergehen. Das gilt umso mehr, weil die negativen Einflüsse auf die Straße mit ziemlicher Sicherheit weiter zunehmen werden und sich parallel dazu auch die Fahrersituation verschärfen dürfte. Das Aufflackern der Grenzkontrollen im „Schengen-Raum“ verkompliziert und verteuert die transportlogistischen Abläufe auf der Straße zusätzlich. „Wenn das zu einem dauerhaften Zustand gerät, wird das ein massives Kostenthema“, befürchtet Bernhard Ebner. In diesem Zusammenhang warnt der Berger Logistik-Mann vor der trügerischen Annahme, wonach sich grenzüberschreitende Transporte von heute auf morgen von der Straße auf die Schiene verlagern lassen. Demnach geht derartigen Umstellungsprozessen in den meisten Fällen eine langwierige Vorbereitungsphase voraus. Manche Bahngesellschaften seien immer noch viel zu sehr mit sich selber beschäftigt, findet Bernhard Ebner. Dass sein Team in denletzten Jahren trotzdem einige Projekte erfolgreich auf die Schiene gebracht hat, liegt für ihn im europaweiten Vormarsch der Ganzzug- Verbindungen begründet, wohingegen sich die Abwicklung von Bahntransporten in Form von Wagenladungen und von Waggongruppen zusehends schwieriger gestaltet. Das europaweit tätige Unternehmen mit Tiroler Wurzeln will mit der optimalen Verknüpfung der Verkehrsträger Lösungen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Kunden entwickeln. Man begegne auch neuen Leitungswegen immer aufgeschlossen, sagt Bernhard Ebner. Getreu diesem Motto wurden in den letzten Jahren Konzepte für Überseetransporte ausgearbeitet, bei denen die Kundensendungen mit konventionellen Bahntransporten nach Duisburg und zu einer Drehscheibe in Norditalien gelangen, wo die Stauung der Container mit anschließender Weiterleitung der Boxen in die Zielgebiete erfolgt. Dabei kommen im Süden verstärkt die Häfen Genua und La Spezia ins Spiel, deren Angebot an Direktdiensten in andere Weltregionen jenes von Koper und Triest übersteigt. „Die intelligente Kombination der einzelnen Verkehrsträger ist in unserem Geschäft ein wichtiges Kriterium geworden“, stellt Bernhard Ebner fest. Vor diesem Hintergrund ist die Entwicklung der im Jahr 1961 ins Leben gerufenen Firma Berger Logistik vom Straßentransporteur entlang der Nord-Süd-Achse zwischen Deutschland und Italien hin zum Transport-, Speditions- und Logistikdienstleister vorwiegend für die europäischen Hersteller von alkoholischen und nicht-alkoholischen Getränken sowie für Kunden aus der Lebensmittelindustrie und aus dem Lebensmittelhandel zu sehen. Mittlerweile werden von Tirol aus Liefer- und Beschaffungsabläufe rund um den Globus gesteuert. Dabei erfolgt die Disposition der firmeneigenen Flotte bestehend aus rund 100 Zugmaschinen sowie 350 gezogenen Einheiten mit modernster Telematik, um kürzeste Wege zu fahren, Staus auszuweichen und Leerkilometer zu vermeiden. Strategisch entwickelt sich Berger Logistik immer mehr hin zu einem Anbieter von umfassenden Speditionsdiensten. Die Standorte in Wörgl, Ludesch (Vorarlberg), Feldkirchen bei Graz, Schwechat bei Wien und die Repräsentanz in Domegliara bei Verona (I) bieten übergreifende Konzeptionen für Lkw-Transporte, Bahnverkehre, Luft- und Seefrachten. Für die Lösung von Aufgabenstellungen in der Lagerlogistik greift das Unternehmen mit aktuell mehr als 200 Mitarbeitenden und über 150 Mio. Euro Jahresumsatz auf die Kapazitäten von Partnerfirmen mit dem Spezialgebiet Warehousing zurück. Das soll so bleiben, weil damit auch in Zukunft ein hohes Maß der Flexibilität sichergestellt ist.

JOACHIM HORVATH